Albtraum Stromausfall

Albtraum Stromausfall: Kann die eigene Solaranlage trotzdem Energie liefern?
Welche Möglichkeiten Not- und Ersatzstrom bieten
Viele Haushalte setzen auf Photovoltaik, um unabhängiger von ihrem Stromversorger zu werden. Doch was passiert, wenn das öffentliche Netz ausfällt? Die Chiemgau GmbH und die Verbraucherzentrale Bayern erklären, wann eine PV-Anlage während eines Stromausfalls Strom liefern kann und welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind.
Unabhängig werden – aber mit Grenzen
Photovoltaikanlagen können einen Teil des eigenen Strombedarfs decken. Dadurch sinkt die Abhängigkeit vom Strommarkt und von steigenden Preisen. Vollständig unabhängig vom Stromnetz sind jedoch nur wenige Haushalte. „Die Stromproduktion schwankt je nach Tages- und Jahreszeit deutlich, deshalb bleibt der Anschluss an das Stromnetz fast immer notwendig“, sagt Bettina Mühlbauer, Energieexpertin der Chiemgau GmbH.
Warum PV-Anlagen bei Stromausfall meist abschalten
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher glauben, dass ihre Solaranlage bei einem Blackout automatisch weiter Strom liefert. Das stimmt in den meisten Fällen jedoch nicht. Standard-PV-Anlagen sind mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Fällt das Netz aus, schalten sie sich automatisch ab.
Not- und Ersatzstrom: Diese Lösungen gibt es
Wer seine Stromversorgung auch bei einem Netzausfall sichern möchte, benötigt eine entsprechend ausgestattete Anlage. Entscheidend ist die Kombination aus Photovoltaikanlage, einem speziellen Wechselrichter, der ohne das öffentliche Stromnetz funktioniert, gegebenenfalls einer Umschalteinrichtung und möglichst einem Batteriespeicher.
Die Möglichkeiten im Überblick:
- Notstromfunktion (Backup-Steckdose): Sie versorgt einzelne Geräte über eine separate Steckdose am Wechselrichter. Die Leistung ist begrenzt, reicht aber etwa für Beleuchtung oder zum Laden mobiler Geräte. Bei vielen modernen Anlagen gehört diese Funktion inzwischen zur Standardausstattung.
- Ersatzstromversorgung: Sie versorgt bei einem Stromausfall größere Teile des Haushalts automatisch weiter. Dafür braucht es eine entsprechend ausgelegte Anlage mit Umschalttechnik. Hier muss mit Mehrkosten gerechnet werden.
„Nicht jede PV-Anlage kann bei einem Stromausfall selbständig wieder starten oder das Haus unabhängig vom öffentlichen Netz mit Strom versorgen“, so Mühlbauer. Wer diese Funktionen nutzen möchte, sollte sie bereits bei der Planung berücksichtigen oder prüfen lassen, ob sich die Anlage nachrüsten lässt.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können bei der kostenlosen, unabhängigen Energieberatung der Chiemgau GmbH informieren. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 0861 988231-89 oder per E-Mail an energieberatung@chiemgau.bayern. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Die Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Die Beratungstermine im Landkreis Traunstein (nur nach Terminvereinbarung):
- Traunstein: jeden 2. und 4. Montag im Monat von 13:30 bis 18 Uhr